Schufa fordert Transparenz von Branche

17. Januar 2009 | Von Info | Kategorie: Finanzen

Mehr als 50 Auskunfteien in Deutschland sammeln Informationen nicht nur über die Zahlungsmoral von Verbrauchern. Die Bekannteste von ihnen, die Schufa-Holding, fordert die Mitbewerber nun zu mehr Transparenz auf - und verweist auf eigene Anstrengungen.

BERLIN - Der Hinweis auf die Mitwisser ist meist im Kleingedruckten versteckt und wird dann überlesen. Doch bei Ratenkäufen und Bankkrediten, Versandhausgeschäften und Handy-Verträgen fließen millionenfach Informationen an Auskunfteien, die die Daten speichern und daraus Schlüsse über die Zahlungsmoral und Kreditwürdigkeit der Kunden ziehen.

Dass die Schufa Holding AG solche Bewertungen vornimmt, auf die die Banken und Sparkassen der Republik zurückgreifen, ist weithin bekannt. Mit der Unterschrift der „Schufa-Klausel“ willigen Kunden ein, dass das Geldinstitut vor der Vergabe eines Kredits bei der Schufa Auskünfte einholt. Die Banken ihrerseits übermitteln der Schufa Informationen über die Zahlungsmoral ihrer Kunden. Dass aber mehr als 50 weitere Auskunfteien eifrig Informationen über das Geschäftsgebaren von Millionen Bürgern sammeln und weitergeben, dürfte für viele neu sein.

„Die Aufmerksamkeit gilt in aller Regel der Schufa, dabei sind viele Auskunfteien am Markt. Wir wollen, dass das Auskunftei-Wesen vom Vorwurf der Intransparenz befreit wird“, sagt Schufa-Vorstandschef Rainer Neumann. Jeder Kunde habe zwar gegen eine Gebühr das Recht auf Einsicht in die gespeicherten Informationen und in das so genannte „Scoring“, mit dem die Zahlungsmoral des einzelnen Kunden bewertet wird. Das Problem sei aber, dass viele Menschen nicht mehr wüssten, welcher Auskunftei sie die Genehmigung zum Sammeln von Informationen erteilt hätten.

In diesem Punkt ginge auch die Novelle des Bundesdatenschutzgesetzes, die im Frühjahr verabschiedet werden soll, nicht weit genug, findet Neumann. Das Gesetz müsse dafür sorgen, „dass Verbraucher wissen, welche Auskunfteien am Markt sind und wer welche Daten zu ihnen gespeichert hat“. Neumann, der die Schufa mit ihren 433 Millionen Datensätzen von 65 Millionen volljährigen Bundesbürgern als das „transparenteste Unternehmen der Republik“ bezeichnet, fordert weiterhin, die Verbraucher aktiver als bisher in Fragen zur Speicherung und Weitergabe ihrer kreditrelevanten Daten einzubeziehen.
Daten aus fünf Quellen

Um mehr Licht ins Auskunfteien-Dunkel zu bringen, bietet die Schufa von heute an auf ihrer Internetseite ( www.meineschufa.de) einen neuen Service: Neben den eigenen Schufa-Daten, die schon bisher für eine einmalige Gebühr von 15,60 Euro mit unbegrenzter Dauer abgefragt werden konnten, vermittelt die Schufa auch Datenanfragen an fünf große Auskunfteien. Verbraucher erhalten dann ihre bei folgenden Firmen gespeicherten Daten: Creditreform (Daten zu 18 Millionen Personen), Bürgel Wirtschaftsinformation (Allianzkonzern, Daten zu mehr als 39 Millionen Personen) Accumio Finance Service (Telekom, 75 Millionen), Arvato Infoscore (Bertelsmann, 7,7 Millionen) sowie die schweizerische Deltavista (keine Angaben). Der Service ist bis auf die Daten von Creditreform (7,60 Euro) kostenlos.

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger
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